Erstes NAS
Das erste NAS für einen Haushalt, und was es nicht ersetzt
Ein NAS ist ein kleiner Rechner mit Festplatten, der rund um die Uhr im Heimnetz läuft: für Fotos, Sicherungen, Filme und geteilte Ordner. Die Wahl hängt an vier Fragen — wie viele Schächte, welche Software, wie schnell die Netzwerkbuchse und wo das Gerät stehen darf —, und erst danach an der Kapazität.
Von Jean-Benoit Buisson
Zuerst die Schachtzahl, denn sie bleibt
Prozessor und Arbeitsspeicher entscheiden über Komfort, die Schachtzahl über die Zukunft. Zwei Schächte heißen in der Praxis: zwei gleiche Platten, gespiegelt (RAID 1), nutzbar ist die Kapazität einer Platte. Vier Schächte erlauben RAID 5 oder 6 oder herstellereigene Verbünde wie TRAID bei TERRAMASTER, bei denen ein kleinerer Teil der Gesamtkapazität für die Redundanz draufgeht, und lassen Platz zum Erweitern.
Rechnen Sie mit dem Doppelten Ihrer heutigen Datenmenge in drei Jahren. Wer heute 2 TB Fotos hat, kommt mit zwei 4-TB-Platten gespiegelt eine Weile aus; wer Filme sammelt, eher nicht.
Redundanz ist keine Sicherung
Ein Verbund mit Redundanz sorgt dafür, dass das NAS weiterläuft, wenn eine Platte ausfällt. Er kopiert aber jede Änderung sofort auf alle Platten — auch die versehentliche Löschung und die Datei, die eine Schadsoftware verschlüsselt hat. Deshalb gilt die alte Regel: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Datenträgern, eine davon außer Haus. Eine externe Sicherungsplatte ist die billigste zweite Kopie.
Die Software ist das eigentliche Produkt
Synology (DSM), QNAP (QTS), TERRAMASTER (TOS), UGREEN und Asustor (ADM) bringen jeweils ein eigenes Betriebssystem mit Apps für Fotos, Filme, Sicherungen und Fernzugriff mit. Achten Sie auf drei Dinge: wie lange der Hersteller Updates liefert, ob die Apps für Telefon und Rechner gepflegt werden, und ob Sie für die Fotoverwaltung oder den Fernzugriff ein Abo brauchen. UGREEN wirbt beim DH2300 gerade damit, dass kein Cloud-Abo mehr nötig ist.
Buchse, Prozessor und Übertragungsrate
Eine Gigabit-Buchse überträgt rund 110 MB/s, genug für Sicherungen und Filme. Eine Buchse mit 2,5 Gigabit (TERRAMASTER F4-425, laut Beschreibung auch QNAP TS-464) bringt nur dann mehr, wenn auch Switch und Rechner 2,5 Gigabit können — sonst bleibt es bei einem Gigabit.
Der Prozessor zählt für Foto-Erkennung, das Umwandeln von Filmen (Transcoding) für Plex oder Jellyfin und virtuelle Maschinen. Ein x86-Prozessor von Intel wie im DS225+ (Celeron J4125) oder im F4-425 hat dafür mehr Reserven als ein ARM-Chip wie der Realtek RTD1619B im Asustor AS1102TL.
Geräusch und Wärme entscheiden den Standort
Ein NAS läuft Tag und Nacht. Festplatten rattern beim Zugriff, Lüfter rauschen. Steht das Gerät im Wohn- oder Schlafzimmer, ist ein angegebener Geräuschwert Gold wert — TERRAMASTER nennt für den F4-425 22 dB(A), als einziges Angebot dieses Rayons. Ein Flur, ein Abstellraum mit Luft oder ein Regal im Arbeitszimmer sind bessere Orte als ein geschlossener Schrank.
Die fünf Gehäuse auf dieser Seite
Preise bei Amazon.de am 26. Oktober 2026, jeweils ohne Festplatten:
- Synology DS225+, rund 353 €: zwei Schächte, Intel Celeron J4125 (vier Kerne, 2,0 GHz), 2 GB DDR4 erweiterbar auf 6 GB, zwei RJ45-Buchsen — deren Geschwindigkeit das Angebot einmal mit 1 GbE und einmal mit 2,5 GbE plus 1 GbE angibt.
- UGREEN NASync DH2300, rund 200 €: zwei Schächte, HDMI-Ausgang mit 4K und NFC-Kopplung; Prozessor, Speicher und Netzwerkbuchse nennt das Angebot nicht.
- Asustor Drivestor 2 Lite AS1102TL: zwei Schächte, Realtek RTD1619B (vier Kerne, 1,7 GHz), 1 GB DDR4, eine Gigabit-Buchse, Btrfs-Snapshots; am 26. Oktober ohne Angebot bei Amazon.de.
- TERRAMASTER F4-425, rund 391 €: vier Schächte bis 30 TB je Schacht, Intel-x86-Vierkerner, 4 GB, eine 2,5-Gigabit-Buchse, TRAID und 22 dB(A).
- QNAP TS-464-8G, rund 700 €: vier Schächte, 8 GB Arbeitsspeicher, 2,5 GbE und PCIe Gen3 laut Produktbeschreibung; die Stichpunkte des Angebots beschreiben das Gerät nicht.
Alle verglichenen Geräte stehen im Rayon NAS-Gehäuse.
Die Kapazität zuletzt
Rechnen Sie in den Einheiten des Herstellers: Eine 4-TB-Platte zeigt im Betriebssystem rund 3,6 TiB. Zwei gespiegelte 4-TB-Platten ergeben also gut 3,6 TiB nutzbaren Platz, vier Platten in RAID 5 rund 10,9 TiB. Kaufen Sie die Platten passend zum Verbund — gleich groß, für den Dauerbetrieb gebaut — und beschriften Sie, welche in welchem Schacht steckt.
Im Text genannte Preise wurden am 26. Oktober 2026 abgelesen. Der Live-Preis steht oben auf der Seite.
Die Fragen, die vor einer Bestellung aufkommen
Zwei Schächte oder vier?
Zwei Schächte genügen, wenn zwei gespiegelte Platten die Datenmenge der nächsten Jahre fassen. Vier Schächte kosten mehr, lassen aber Verbünde zu, bei denen weniger Platz für die Redundanz verloren geht, und Raum zum Nachrüsten. Die Schachtzahl ist das Einzige, was sich später nicht ändern lässt — planen Sie sie nach dem Bedarf in drei Jahren, nicht nach heute.
Sind meine Dateien auf einem NAS mit gespiegelten Platten sicher?
Vor dem Ausfall einer Platte, ja. Vor einer versehentlichen Löschung, Verschlüsselungs-Schadsoftware, Brand oder Diebstahl nicht: Eine gelöschte Datei ist auf beiden Platten gelöscht. Dafür braucht es eine Sicherung auf einem zweiten Datenträger, idealerweise an einem anderen Ort, und Snapshots, wie sie etwa das Asustor-Angebot mit Btrfs nennt.
Kann ich beliebige Festplatten einsetzen?
Nicht immer. Synology verweist beim DS225+ ausdrücklich auf seine Kompatibilitätsliste; prüfen Sie dort vor dem Kauf, ob Ihre Platten aufgeführt sind. Für den Dauerbetrieb eignen sich [NAS-Festplatten](/kaufberatung/platten-fuer-ein-nas-im-dauerbetrieb/) mit CMR-Aufzeichnung besser als Desktop-Platten.
Wie wichtig ist die Software?
Sehr. Sie richten damit Freigaben, Benutzer, Foto-Apps, Sicherungen und Fernzugriff ein, jahrelang. Die Amazon-Angebote nennen die Software oft nicht einmal beim Namen; die Hersteller zeigen sie aber auf ihren Websites, meist mit einer Live-Demo. Probieren Sie sie vor dem Kauf aus.