Schnellere Verbindung
Einen Rechner auf eine schnellere Verbindung bringen, und vorher die Grenze finden
Eine schnellere Netzwerkkarte bringt nur etwas, wenn sie das langsamste Glied der Kette war. Zwischen zwei Rechnern zählen der Adapter an jedem Ende, der Steckplatz oder die USB-Buchse, in der er sitzt, der Switch dazwischen, das Kabel — und die Festplatten an beiden Enden.
Von Jean-Benoit Buisson
Zuerst die wirkliche Grenze finden
Die Geschwindigkeit zwischen zwei Rechnern bestimmt das langsamste Glied: der Adapter an jedem Ende, der Steckplatz oder die USB-Buchse, der Switch, das Kabel und die Datenträger an beiden Enden.
Das Letzte wird oft übersehen. Eine Festplatte liefert dauerhaft rund 150 bis 250 MB/s; schon Gigabit-Ethernet überträgt etwa 110 MB/s, 2,5 Gigabit rund 280 MB/s. Wer von Festplatte zu Festplatte kopiert, gewinnt mit 10 Gigabit nichts. Erst eine SSD an einem Ende und ein schnelles NAS am anderen machen die Netzwerkverbindung zur Grenze.
PCIe-Karten: Generation und Lanes gehören zusammen
Eine PCIe-Verbindung wird durch zwei Zahlen beschrieben: Die Generation bestimmt, was eine Lane trägt, die Lane-Zahl vervielfacht es. Eine Karte mit ×4 Lanes nach PCIe 3.0 trägt ungefähr so viel wie eine mit ×8 nach PCIe 2.0. Eine Generation ohne Lane-Zahl ist daher eine halbe Angabe — die TP-Link TX201 nennt keine von beiden, die 10Gtek X540-T2 beide (PCIe 2.1 ×8).
Der Steckplatz muss diese Lanes bereitstellen. Eine Karte in einem schmaleren Steckplatz läuft meist trotzdem, nur langsamer. Prüfen Sie außerdem das Slotblech: Kleine Gehäuse brauchen ein niedriges, und nicht jede Karte liefert beide mit (die TX201 schon).
Und lesen Sie, welche Betriebssysteme der Hersteller nennt: Bei Netzwerkkarten schwankt die Treiberunterstützung stärker als die Hardware. 10Gtek nennt für die X540-T2 Windows Server, Windows 7 und 8, Linux und ESXi; Windows 11 laut Angebot nur mit Einrichtung von Hand.
USB-Adapter: die Buchse ist die Grenze
Für ein Notebook ohne Steckplatz ist ein USB-Adapter die Lösung. Wichtig ist, was die Buchse am Rechner kann: Hinter derselben USB-C-Form stecken USB 2.0, 5 Gbit/s, 10 Gbit/s, USB4 oder Thunderbolt. Für 2,5 Gigabit braucht es mindestens 5 Gbit/s. Die Farbe der Buchse ist bestenfalls ein Hinweis; das Datenblatt des Rechners ist verbindlich.
Zwei praktische Punkte: Schnelle Adapter werden warm, ein Aluminiumgehäuse leitet die Wärme ab — beide Adapter hier haben eins. Und hat das Notebook nur eine USB-C-Buchse, ist eine Ladebuchse am Adapter Gold wert: Der Cable Matters 201453-N reicht bis 140 W nach USB-PD 3.1 durch, während das Netzwerk läuft.
Kupfer oder Glasfaser
Bis 2,5 Gigabit genügt in der Regel ein Cat5e-Kabel. Für 10 Gigabit über Kupfer (10GBASE-T) nennt 10Gtek für die X540-T2 Cat 6A bis 100 m und Cat 6 bis 55 m. Wo eine Strecke länger ist oder zwischen Gebäuden verläuft, ist Glasfaser mit SFP+-Modulen die saubere Lösung — dann müssen der Switch das Modul annehmen (seine Kompatibilitätsliste ist maßgeblich), beide Module zueinander passen und das Patchkabel zur Faserart und zum Stecker der Module passen.
Was die Zahlen nicht versprechen
2,5 oder 10 Gigabit sind die ausgehandelte Rate der Verbindung, kein Durchsatz. Was eine Übertragung tatsächlich erreicht, hängt von Datenträgern, Protokoll, Dateigrößen und den Rechnern selbst ab. Und ein Switch, der nur 1 und 10 Gigabit kann, bringt einen 2,5-Gigabit-Adapter nur auf 1 Gigabit; umgekehrt unterstützt die 10Gtek X540-T2 laut Angebot ausdrücklich kein 2,5G und kein 5G und fällt an einem 2,5-Gigabit-Switch auf 1 Gigabit zurück.
Die vier Geräte auf dieser Seite
Preise bei Amazon.de am 26. Oktober 2026:
- TP-Link TX201, rund 20 €: PCIe-Karte mit einer 2,5-Gigabit-Buchse (2.5G/1G/100M), beide Slotbleche, Wake-on-LAN; Generation, Lanes und Chip nennt das Angebot nicht.
- UGREEN UG-USBC-25052, rund 22 €: USB-C-Adapter mit 2,5 Gigabit im Aluminiumgehäuse; Treiber unter Windows nötig.
- Cable Matters 201453-N, rund 34 €: USB-C-Adapter mit 2,5 Gigabit, Ladebuchse bis 140 W, geflochtenes Kabel, Realtek-Controller.
- 10Gtek X540-T2, rund 56 €: zwei 10-Gigabit-Kupferbuchsen, Intel X540, PCIe 2.1 ×8; kein 2,5G und kein 5G.
Alle verglichenen Geräte stehen in den Rayons PCIe-Netzwerkkarten und USB-Netzwerkadapter.
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