Router-Tausch
Den Router des Anbieters ersetzen, und vorher prüfen, ob es sich lohnt
Die Box des Anbieters ist für den Anbieter ausgesucht, nicht für Ihre Wohnung. Ein eigener Router lohnt sich aus drei Gründen — besseres Routing, schnellere Buchsen und nachlesbare Funktionen —, aber kaum aus dem Grund, aus dem er meist gekauft wird: einen Raum zu erreichen, den die alte Box nicht erreicht hat.
Von Jean-Benoit Buisson
Zuerst klären, was die Box des Anbieters eigentlich ist
Drei Fälle sind häufig, und jeder führt zu einem anderen Kauf.
Eine Box, die alles macht: Sie nimmt die Leitung an (DSL-Modem), routet, verteilt Adressen und funkt. Wer sie ersetzen will, braucht einen Router mit eingebautem Modem für denselben Anschluss — an DSL also ein DSL-Modem.
Ein reines Modem oder Glasfasermodem (ONT), das nur die Leitung abschließt. Dann ist ein Router kein Ersatz, sondern das fehlende Teil, und er braucht kein eigenes Modem, wohl aber eine WAN-Buchse.
Eine Box mit abschaltbarem Routing. Viele Geräte lassen sich in einen Modem- oder Bridge-Betrieb setzen; der eigene Router übernimmt dann sauber.
Zehn Minuten in den Unterlagen des Anbieters verhindern den häufigsten Fehler beim Router-Tausch: zwei Geräte, die gleichzeitig routen und Störungen erzeugen, die wie ein Hardwaredefekt aussehen.
Was ein eigener Router wirklich bringt
Besseres Routing. Viele gleichzeitige Verbindungen, Kindersicherung und Zeitprofile, ein wirklich getrenntes Gastnetz, VPN. Hier sind knapp ausgestattete Anbieter-Boxen am schwächsten. Der Cudy WR3000 etwa nennt einen VPN-Server und -Client für WireGuard, OpenVPN, IPsec, PPTP und L2TP sowie IPTV/VLAN.
Schnellere und mehr Buchsen. Zählen Sie die LAN-Buchsen und lesen Sie ihre Geschwindigkeit. Ist Ihr Anschluss schneller als ein Gigabit, muss auch die WAN-Buchse schneller als ein Gigabit sein — das ist ein eigener Wert, getrennt von den LAN-Buchsen.
Nachlesbare Funktionen und Updates. Telefonie, USB-Freigaben, Mesh, die Update-Politik des Herstellers: Das alles lässt sich vor dem Kauf prüfen.
Was er nicht bringt, egal wie teuer er ist
Er bringt kein WLAN in einen Raum, den die alte Box nicht erreicht hat: Die Wand steht noch, und der neue Router steht an derselben Stelle. Er macht die Leitung nicht schneller, als sie gebucht ist. Und er hebt die Verbindungsrate eines älteren Notebooks oder Telefons nicht an — eine neuere WLAN-Generation nützt erst neueren Geräten.
Liegt das Problem in einem fernen Raum, gehört das Geld in einen Mesh-Knoten oder einen Repeater oder in ein Kabel zu einem besseren Standort. Ist alles langsam, auch per Kabel angeschlossene Geräte, liegt die Ursache woanders.
Das Datenblatt in der richtigen Reihenfolge lesen
- Modem und Anschluss: DSL, Kabel, Glasfaser — und ob das Gerät dafür ein Modem mitbringt.
- WAN- und LAN-Buchsen: Anzahl und Geschwindigkeit, die folgenreichsten und am seltensten besprochenen Zahlen.
- WLAN-Generation und Bänder: Wi-Fi 5 (802.11ac), Wi-Fi 6 (802.11ax), Wi-Fi 7 (802.11be); zwei oder drei Bänder und die Rate jedes Bandes.
- USB-Buchsen, falls eine Festplatte oder ein Drucker am Router hängen soll.
- Die Klassenzahl (AX3000, AC1200) zuletzt, als grober Hinweis auf die Leistungsstufe.
Die fünf Router auf dieser Seite
Preise bei Amazon.de am 26. Oktober 2026:
- FRITZ!Box 7530 AX, rund 160 €: der einzige mit DSL-Modem (VDSL-Supervectoring 35b, bis 300 Mbit/s) und Telefonie über VoIP und DECT; ersetzt eine DSL-Box ganz. Die Buchsen zählt das Angebot nicht.
- TP-Link Archer AX55, rund 68 €: Wi-Fi 6 mit 2402 + 574 Mbit/s, vier Gigabit-LAN-Buchsen und USB 3.0, aber kein Modem — für Glasfaser oder Kabel hinter dem Gerät des Anbieters.
- ASUS RT-AX52 Pro, rund 66 €: Wi-Fi 6 AX3000 (802.11ax) mit AiMesh-Erweiterung; das Angebot nennt keine Buchse.
- Cudy WR3000, rund 39 €: Wi-Fi 6 AX3000, 1× WAN und 3× LAN Gigabit, IPTV/VLAN und VPN-Server für fünf Protokolle.
- Tenda AC10, rund 26 €: Wi-Fi 5 AC1200 mit vier Gigabit-LAN-Buchsen, für bis zu 120 m² angegeben — die günstigste Lösung, wenn Wi-Fi 6 nicht nötig ist.
Alle verglichenen Geräte stehen im Rayon WLAN-Router.
Wohin der neue Router gehört
Stellen Sie ihn möglichst in die Mitte der Fläche, die er versorgen soll, auch wenn die Leitung in einer Ecke ankommt. Ein einziges Netzwerkkabel vom Hausanschluss zu einem zentralen Standort ist oft die wertvollste Verlegung im Haus und kostet einen Bruchteil des Routers.
Geben Sie ihm Höhe und Luft: Auf einem Regal versorgt er ein Stockwerk besser als auf dem Boden hinter dem Sofa, und ein Schrank kostet Reichweite, je nachdem, woraus er gebaut ist.
Im Text genannte Preise wurden am 26. Oktober 2026 abgelesen. Der Live-Preis steht oben auf der Seite.